Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

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Impfen für das Dritte Reich : über Vakzine, Versuche, Verbrechen / Gine Elsner

By: Material type: TextTextPublisher number: 5164Language: German Publisher: Hamburg : VSA: Verlag, 2023Description: 224 Seiten : IllustrationenISBN:
  • 9783964881649
  • 3964881643
Subject(s): Online resources: Summary: Die Erfolgsgeschichte des Impfens begann 1796. Nachdem der englische Landarzt Edward Jenner (1749-1823) von einer Magd gehört hatte, sie bekäme die Menschenpocken nicht, da sie bereits die Kuhpocken gehabt habe, wurde er neugierig. Er impfte einen Jungen mit Kuhpocken, sechs Wochen später infizierte er ihn mit Menschenpocken. Der Junge erkrankte nicht. Es gab aber sofort auch Impfgegner. Als die Pockenschutzimpfung eingeführt wurde, fürchteten sie, ihnen wüchsen Kuhhörner, weil der Impfstoff aus Kuhpocken hergestellt wurde. Weil im Lateinischen die Kuh "vacca" heisst, nennt man einen Impfstoff eine Vakzine.Mitunter wird behauptet, die Nationalsozialisten hätten Impfungen abgelehnt, da etwa Heinrich Himmler ein Anhänger des Okkultismus und von Homöopathie sowie Heilkräutern war. Davon kann nicht die Rede sein. Mit dem Vorrücken der Wehrmacht Richtung Osten nach dem Überfall auf Polen im September 1939 trafen die Armeen auf Krankheiten, die in Westeuropa nicht mehr bekannt waren. Ganze Bataillone wurden dahin gerafft von "osteuropäischen Seuchen". Antibiotika standen noch nicht zur Verfügung - so mussten Impfstoffe getestet und hergestellt werden, um die Soldaten zu impfen. Die Versuchspersonen stammten aus den KZ, aus Kriegsgefangenenlagern und aus psychiatrischen Anstalten oder Behinderteneinrichtungen. Tausende starben oder litten.Die Alliierten verurteilten einige der Täter. Kein Impfstoff, der während der NS-Zeit entwickelt wurde, überdauerte diese. Die Impfstoffe taugten nichts. Aber die Opfer mahnen.Aus dem Inhalt: Fleckfieber in der Wehrmacht Das Paul-Ehrlich-Institut Die Behringwerke in Marburg und Lemberg, die IG Farben und Fleckfieberimpfstoffe Experimente in den Konzentrationslagern Buchenwald und Natzweiler-Struthof Das Hygiene-Institut in Rajsko bei Auschwitz Ruhr bei den Soldaten: Impfstoffe dringend gesucht Typhus und Parathyphus: Tests im KZ Mauthausen
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Bücher Bücher Gedenkstätte Buchenwald St 6m MO 18972 Available 2018596558

Literaturverzeichnis: Seite 208-220

Die Erfolgsgeschichte des Impfens begann 1796. Nachdem der englische Landarzt Edward Jenner (1749-1823) von einer Magd gehört hatte, sie bekäme die Menschenpocken nicht, da sie bereits die Kuhpocken gehabt habe, wurde er neugierig. Er impfte einen Jungen mit Kuhpocken, sechs Wochen später infizierte er ihn mit Menschenpocken. Der Junge erkrankte nicht. Es gab aber sofort auch Impfgegner. Als die Pockenschutzimpfung eingeführt wurde, fürchteten sie, ihnen wüchsen Kuhhörner, weil der Impfstoff aus Kuhpocken hergestellt wurde. Weil im Lateinischen die Kuh "vacca" heisst, nennt man einen Impfstoff eine Vakzine.Mitunter wird behauptet, die Nationalsozialisten hätten Impfungen abgelehnt, da etwa Heinrich Himmler ein Anhänger des Okkultismus und von Homöopathie sowie Heilkräutern war. Davon kann nicht die Rede sein. Mit dem Vorrücken der Wehrmacht Richtung Osten nach dem Überfall auf Polen im September 1939 trafen die Armeen auf Krankheiten, die in Westeuropa nicht mehr bekannt waren. Ganze Bataillone wurden dahin gerafft von "osteuropäischen Seuchen". Antibiotika standen noch nicht zur Verfügung - so mussten Impfstoffe getestet und hergestellt werden, um die Soldaten zu impfen. Die Versuchspersonen stammten aus den KZ, aus Kriegsgefangenenlagern und aus psychiatrischen Anstalten oder Behinderteneinrichtungen. Tausende starben oder litten.Die Alliierten verurteilten einige der Täter. Kein Impfstoff, der während der NS-Zeit entwickelt wurde, überdauerte diese. Die Impfstoffe taugten nichts. Aber die Opfer mahnen.Aus dem Inhalt: Fleckfieber in der Wehrmacht Das Paul-Ehrlich-Institut Die Behringwerke in Marburg und Lemberg, die IG Farben und Fleckfieberimpfstoffe Experimente in den Konzentrationslagern Buchenwald und Natzweiler-Struthof Das Hygiene-Institut in Rajsko bei Auschwitz Ruhr bei den Soldaten: Impfstoffe dringend gesucht Typhus und Parathyphus: Tests im KZ Mauthausen

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